Zwei Tage im Khao Sok National Park

Tag 1 – Wir sind unsere eigenen Guides

Der Khao Sok National Park ist wirklich schön. Das Klima ist um einiges erträglicher als auf den Inseln. Auf dem Weg vom Bus zum Hotel kamen uns wieder super liebe Hunde entgegen, was eine wirklich schöne Begrüßung war. Da wird mein Herz immer direkt ganz schwach.

Im der Gegend gibt es Insekten, Grillen, Grashüpfer, Singzikaden etc. die einen Heidenkrach machen. Teilweise klingt es wie kaputte Stromleitungen oder Alarmanlagen von Autos. Wenn es dunkel wird, geht es richtig los. Da kann man sich gar nicht vorstellen, dass das kleine Insekten sein sollen.

Am ersten Tag haben wir auf eigene Faust den Park erkundet. Der Eingang war von unserem Hotel aus nicht weit. Mit 300 Baht pro Person (circa 9 Euro) ist man dabei. Es wird darauf hingewiesen, keinen Plastemüll mitzunehmen bzw. irgendwo wegzuwerfen. Das bitte einfach IMMER einhalten und nicht nur da, wo es extra Schilder gibt.

Es kann auch ein Guide gebucht werden, der einen durch den Park führt. Die stehen aber immer unter Zeitdruck, so kann man als Spaziergänger nicht einfach mal irgendwo 5 Minuten verweilen und muss den Park im Schnelldurchlauf erkunden. Wir haben das bei anderen Gruppen mitbekommen und waren ganz froh, keinen Guide gehabt zu haben.

Die Luftfeuchtigkeit hier ist sehr hoch. Die hat sicher so an die 95%. Das führte dazu, dass wir innerhalb kürzester Zeit ziemlich durchnässt waren. Das war aber erstaunlicherweise ziemlich gut auszuhalten. Wir hatten beide lange Hosen an, um uns vor Mücken und Blutegeln zu schützen und selbst damit war es ganz angenehm bei dem Klima.

Beim genauen Hinsehen entdeckten wir verschiedene Tiere. Spinnen gibt es hier große und natürlich auch welche, die wir aus Deutschland nicht kennen. Fand ich persönlich jetzt nicht so cool, aber ich musste die ja auch nicht streicheln. Große und kleine Eidechsen sind über den Weg gelaufen und auch eine große Affenfamilie.

Ein Fluß führt durch den Park, der kleine Wasserfälle hat. An einer Stelle konnten wir uns eine kleine Pause gönnen und baden gehen. Hier war es für uns etwas seltsam, weil wir die Tage vorher immer nur im Salzwasser baden waren und auch Zuhause gehen wir ja nur in der salzigen Ostsee baden. Das war ungewohnt, aber trotzdem oder vielleicht gerade deswegen, war es einen Zwischenstopp wert.

Der Park hat leider keinen Rundgang, weswegen wir den selben Weg wieder zurückgehen mussten. Insgesamt waren wir so circa 7km unterwegs. Das hat an dem Tag auch gereicht.

Abends kann man in dem Ort sehr gut essen gehen. Und ich glaube, wir haben hier die meisten Mango Shakes verdrückt. Die sind hier auch am besten gewesen.

Tag 2 – Tour mit dem Longtail Boat über den Chiao-Lan See

Für den zweiten Tag haben wir wieder eine Tour gebucht. Dieses Mal ging es über den Ratchaprapha. Mit einem Longtail Boat.

Der Ratchaprapha, oder auch Chiao-Lan-See von den Einheimischen genannt, entstand nachdem 1980 ein riesiger Staudamm im National Park gebaut wurde. Der Park wurde 2 Jahre nach dem Bau geflutet, so entstand ein Stausee, der doppelt so groß ist, wie der Chiemsee, circa 162 qkm. Die tiefste Stelle misst 90 m.
Quelle: Wikipedia

Der erste Halt waren die berühmten drei kleinen Inseln. Berühmt, weil die immer ganz oben erscheinen, wenn man nach dem See im Internet sucht. Sämtliche Tourifotos, teilweise richtige Shootings kann man finden. Aber natürlich mussten wir das auch machen, weil es halt einfach schön ist dort.

Was uns als negativ auffiel, war leider, dass wir extrem nass geworden sind. Ich weiß nicht, ob es am Fahrer lag oder am Wind, aber das Wasser wurde regelrecht ins Boot geschüttet. Aus dem anderen Boot, das mit uns fuhr, wurden wir schon gefragt, ob wir baden waren. Es gibt auch Boote, die Planen als Seitenschutz haben. Da sah alles etwas entspannter aus, zumindest was wir so sehen konnten. Das war leider etwas schade, weil es eher uncool ist, wenn man komplett durchnässt so eine Tour macht.
Also hier hilft tatsächlich ein wasserdichter Rucksack oder eine dieser wasserdichten Schutztaschen.

Nach den Felsen ging es zu einer Tropfsteinhöhle mit großen und kleinen Stalagmiten und Stalaktiten. Es wohnen super süße kleine Fledermäuse in der Höhle, leider aber auch Spinnen, weswegen ich davon keine Bilder habe. Nachdem ich vor einem engen Gang stand, in dem eine Spinne an der Wand saß, musste ich fluchtartig die Höhle verlassen. Die Dunkelheit und Spinnen, die ich wegen des fehlenden Lichts nicht sehen konnte, waren mir dann doch zu viel. Arachnophobie ist übrigens recht weit verbreitet. 😉

Nach diesem Schrecken ging es für uns zu einem schwimmenden Hotel. Hier stehen auch Bungalows an den Stegen, in denen Gäste übernachten können. Die Nacht bucht man automatisch dazu, wenn man einfach eine Tour für zwei Tage bucht. Dort gab es Mittagessen und Zeit um zu baden zu gehen oder zu kajaken. Wir haben einfach beides gemacht.

Der letzte Punkt auf der Liste war der Dschungel auf einer der Inseln mit einem riesigen Baum und einem Wasserfall, der Stufen hatte. Ich glaube, wenn es regnet, geht hier richtig die Post ab. Hier sind unbedingt Badeschuhe angebracht. Wir hatten Sneaker an und wenn man so ein kleiner Trottel ist, wie ich es bin, dann sind Badeschuhe einfacher. Damit läuft man durch Matsch und Wasser, was die gut ab können. Meine Schuhe haben relativ gelitten, bei dem Gang da durch.

Der letzte Ritt, der Weg zum Pier, war wieder sehr nass. Zum Abschluss habe ich noch ein paar Straßenhunde gestreichelt, die da so rumlaufen. 🙂

Fazit: Der Khao Sok National Park ist wirklich, wirklich schön. So viel Natur und steile Wände, wie wir uns das hier, im Flachland an der Ostsee, einfach nicht vorstellen können. Da stinkt der Königsfelsen auf Rügen komplett gegen ab. Auf jeden Fall sind hier bequeme, feste Schuhe und längere Klamotten von Vorteil. Der Nationalpark gehört auf jeden Fall zu meinen Favoriten der Reise.